Assen 2005

Renn- und Wochenendbericht 500 km Assen 2005

Zunächst einmal Respekt, Hochachtung und Glückwunsch unseren Freunden vom schweizerischen Bolliger -Team zum zweiten Platz. Wir freuen uns für und mit dem gesamten Team und dem Teamchef Hanspeter Bolliger. Glückwunsch auch dem Bolliger – Partnerteam Diablo666 zum 3. Platz. Somit sozusagen ein Doppelschlag der Bolligers. Wir meinen: „Das haben sie sich auch verdient.“ Mit Steve Mizera in diesem Team erschien auch ein Deutscher auf dem Treppchen. Glückwunsch Steve –und das in Deiner ersten Vollsaison in der Langstrecke und auch noch im ersten Rennen.

Nun zu uns:

Trotz intensiver Vorbereitung im Winter (inklusive Wintertraining) begann unser Rennwochenende mit einem herben Rückschlag: Einer unserer Hauptmechaniker musste kurzfristig absagen. Schade Jochen und auf diesem Wege gute Besserung!

Das hieß natürlich für den Rest ein Haufen mehr Arbeit. Mit einiger Anstrengung ist es uns dann doch gelungen am Donnerstag Morgen (eigentlich viel zu früh) als eines der ersten Teams zum freien Training raus zu rollen. Das lief auch ganz gut und wir konnten gleich fest halten, dass die umgebaute Strecke trotz ihrer 40 Meter weniger auch langsamer ist. In dem Bewusstsein unserer über den Winter auf dem Prüfstand mit einigen hundert Kilometern optimierten Motoren und der Tatsache der langsameren Strecke, wurden unsere Taktiker und Rechenkünstler hellhörig. Man musste im Vorfeld eigentlich gar nicht darüber nachdenken, ob eine Zweistoppstrategie vom Tankvolumen her möglich ist, denn die Erfahrungen sagten glatt nein. Nun konnte es aber eventuell möglich sein, z.B. mit Regen oder Safetycarphase im Rennen. Das hieß für uns in jedem Training den Tank mit Maßbecher auf Milliliter Genauigkeit zu befüllen und anschließend wieder abzulassen. Denn nur so ist es möglich den tatsächlichen Verbrauch auf der jetzt neuen Rennstrecke und spezifisch für jeden Fahrer zu ermitteln.

Im freien Training am Samstag passierte dann das Unmögliche: Der neue und noch dazu bessere Motor schied von uns. (wieder am dritten Zylinder Ventilabriss, wie auch schon bei zwei Motoren zuvor) Somit standen wir vor dem Problem, dass wir zum Qualifying (welches ja wegen des bescheiden terminierten Wochenendes am selben Tag Nachmittag statt fand) das Ersatzbike zum Einsatz bringen mussten. Mit personell geschwächter Truppe und in der kurzen Zeit gelang es uns natürlich nicht, das Bike 100 %ig auf das gleiche Niveau zu bringen. So kam, was kommen musste: Platz 19 (von 33). in der Startaufstellung.

Am eigentlich freien Ostersonntag haben wir dann mit vereinten Kräften das Moped fürs Rennen gerichtet. Außerdem auch viel gerechnet und Strategie geplant, denn mit unserer Streckenverbrauchsanalyse waren wir ja fertig. Und dabei kamen wir zu dem Ergebnis, dass wir genau 130 Runden kommen würden mit drei vollen Tanks. Die 500 km von Assen sind aber nun mal genau 130 Runden. Und da waren sie dann wieder, unsere drei Probleme: a) lässt sich 130 nicht durch drei teilen, b) kann man ja so einen Tank nicht trocken fahren, ohne Gefahr zu laufen, auf der Strecke stehen zu bleiben und c) das größte Problem, dass man ja auch eine Einfahrrunde, zwei Aufwärmrunden und eine Auslaufrunde fahren muss.

Da die Fahrer aber auch einen unterschiedlichen Verbrauch haben, ließ sich Problem a) relativ einfach klären. Da fehlten aber immer 5, wenn nicht gar 6 Runden. (Die Auslaufrunde kann man notfalls auch schieben) Mit den Spitzenzeiten vom Suzuki-Castrol-Team mit ihren Werksfahrern und unserer Differenz darauf, ließ sich errechnen, dass die uns in den 130 Runden ein paar Mal überrunden werden. Aber darauf zu spekulieren ist sehr wage, denn Rennen ist nicht Training und außerdem können die ja auch ausfallen und auf alle anderen Teams war unser Abstand nicht so groß.

Also hieß unsere Strategie: Wir versuchen es so und hoffen auf Safetycar oder Regen.

Am Montag war es dann so weit. Es sah nach Regen aus und der Wetterbericht sagte 60 % Regenwahrscheinlichkeit. Aber es regnete nicht zum Start, folglich hoffen, dass es passend zu unserem Tankstop anfängt. Dann Start und das Motorrad springt nicht gleich an, was uns auf den 31.Platz zurück wirft. Mit viel Biss und Kampfgeist schafft Niggi es, sich innerhalb von 15 Runden auf Platz 21 vor zu arbeiten. Dann ein Sturz in der Schikane vor Start-Ziel. Nichts weiter passiert, aber das Motorrad bleibt auf der Strecke liegen, das heißt Safetycar. Unsere Strategie scheint auf zu gehen. Nach 5 Runden geht’s weiter. Niggi fährt sich Platz um Platz nach vorn. Nach der 29. Runde ist er 15. Dann kommt er plötzlich und unerwartet rein. Probleme mit der Elektrik. Ein Zylinder setzt aus. Reparatur, Lars fährt weiter. Durch den reparaturbedingten Stopp, Rückfall auf 22. Innerhalb von 17 Runden fährt Lars wieder auf 16 vor. Und jetzt kommt der Regen. Also wieder rein, Reifenwechsel. Ärgerlicher ist der Regen zu diesem Zeitpunkt um so mehr, als das etwa der Zeitraum war, nach dem unsere Tankstoppstrategie sozusagen doppelt auf gegangen wäre. Sprich wir hätten nur zweimal getankt. Alle anderen hatten zu diesem Zeitpunkt schon getankt, mussten jetzt aber wegen Reifenwechsel ein zusätzliches Mal rein kommen. Dann stieg Agoston, unser junges ungarisches Nachwuchstalent aufs Moped, machte seine Sache im Regen unerwartet gut und fuhr auf Platz 13 vor. Leider setzte offensichtlich der Regen unserem Elektrikproblem noch extra zu, so dass der Zylinder wieder ausfiel. Dieses Problem beschäftigte uns dann während des Rennens noch weitere drei Mal. Somit wurde aus unserer guten Zweistoppstrategie insgesamt 6 Stopps. Das ist natürlich äußerst bedauerlich und bescherte uns am Ende nur Platz 17. Für 6 Stops (5 davon mit Reparatur) dennoch gar nicht mal so schlecht.

Mit dem Regen und der Safetycarphase wäre unsere Strategie mit zwei Stops auf gegangen. So hatten wir 4 Stops (mit Reparatur) mehr und zusätzlich ein paar Rennrunden mit nur 3 Zylindern, also weniger Leistung. Insgesamt hat uns dass etwa 7 Minuten gekostet, also etwas mehr als 4,5 Runden. Runter gerechnet auf den Rennausgang wäre das ein sicherer 7. Platz gewesen. Aber leider ist das wieder der berühmte Satz mit ´hätte`.

Also Daumen drücken und mehr Glück am 21. Mai in Albacete!

Im Übrigen suchen wir nach wie vor Sponsoren. Wer sich also noch beteiligen will, oder jemanden kennt, der sich beteiligen will, bitte Kontakt aufnehmen!

Sportliche Grüße

Euer Oli